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Partizipation Wien

11 Teilnehmer
5 Kommentare
13 Stimmen
12 Ideen

Digitale Bildungsstrategie der Stadt Wien

Endet am: 15.05.2020

Update: Liebe Teilnehmerin, lieber Teilnehmer! Wir bedanken uns sehr herzlich für Ihren Beitrag, Ihren produktiven Input, Ihre Gedanken und Ideen. Wir nehmen diese wertvollen Beiträge gerne in die Erarbeitung der Digitalen Bildungsstrategie auf.

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Die Stadt Wien hat das Ziel, Digitalisierungshauptstadt in Europa zu werden. Der Bildungsbereich spielt dabei eine entscheidende Rolle - auch die momentane Situation und die aktuellen Entwicklungen um Covid-19 zeigen das sehr deutlich. Darum arbeitet die Stadt Wien schon seit einiger Zeit an einer Digitalen Bildungsstrategie für den Pflichtschulbereich.

Sehr herzlich laden wir nun Sie, alle SchülerInnen, LehrerInnen, Eltern, DirektorInnen sowie alle anderen Interessierten ein, diese Digitale Bildungsstrategie mitzugestalten! Teilen Sie Ihre Gedanken und Themen, die in unserer Strategie nicht fehlen dürfen, und besonders Ihre Erfahrungen mit der momentanen Situation und dem damit zusammenhängenden "Home-Schooling" mit uns:

  • Wie sieht der ideale Schultag im Jahr 2030 aus?
  • Wie unterstützen digitale Mittel das Lernen und Unterrichten und die Kommunikation zwischen Eltern/LehrerInnen/SchülerInnen?
  • Welche Erfahrungen haben Sie in Bezug auf „Home-Schooling“ mit digitaler Unterstützung in der derzeitigen Situation gemacht? Was funktioniert gut? Wo gibt es Verbesserungspotential?
  • Was sind wichtige digitale Kompetenzen, die in der Schule vermittelt werden sollen?
  • Welchen Vorteil erwarten Sie sich durch die Digitalisierung in der Schuladministration und -verwaltung? Welche Anforderungen hat Digitale Bildung an die Infrastruktur, die technische Ausrüstung?
  • Welche Bedenken haben Sie, wenn Sie im Zusammenhang mit Lernen, Lehren, Unterricht und Schulen an die Digitalisierung denken?

Was ist zu beachten:

  • Für einen neuen Beitrag muss man sich registrieren.
  • Teilnehmer*innen sind für den Inhalt von Text und Links verantwortlich.
  • Registrierte User*innen können die Beiträge bewerten.
  • Die Moderator*innen haben das Recht rechtswidrige sowie unangemessene Inhalte zu entfernen.
  • Wir sammeln alle Beiträge und Ideen und nehmen sie im Prozess der Erstellung der Digitalen Bildungsstrategie mit auf. Bitte um Verständnis, falls wir nicht überall direktes Feedback geben können!
 
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Dieses Dokument wurde im Rahmen der Taskforce CONA - "Coronakrise darf nicht zur Armutskrise werden" von Expert*innen der Volkshilfe Wien erarbeitet. Für Rückfragen stehen wir gerne unter innovation@volkshilfe-wien.at zur Verfügung. 

Die Volkshilfe Wien steht seit ihrer Gründung an der Seite benachteiligter Kinder, Jugendlicher und Erwachsener. Wir setzen Angebote, um Scheren und Gaps zu schließen - auch während der sogenannten Corona-Krise, die die unterschiedlichen Lebenswelten von Kindern, Jugendlichen und Familien deutlich sichtbar macht. Wenn Bildungsaufträge ins Private verlegt und Unterstützungsleistungen durch “die Familie” vorausgesetzt werden, gehen die Scheren auf. Die Volkshilfe Wien will die Stadt Wien dabei unterstützen, im Zuge der digitalen Bildungsstrategie den Fokus auf die Herstellung von mehr Chancengleichheit zu legen.  

Wir haben hier einige zentrale Einsichten und Erkenntnisse zusammengefasst. Grundsätzlich merken wir an, dass eine laufende Einbindung sozialer Organisationen in digitale Transformationsprozesse sehr wünschenswert und notwendig erscheint. Digitale Transformationen sind immer auch soziale Transformationen – hier ist die Expertise der Sozialen Arbeit als Menschenrechtsprofession von großer Bedeutung! 

Das Homelearning der letzten Wochen kann als soziales Lernfeld gesehen werden, das uns zeigt, an welchen Stellen angesetzt werden muss, damit benachteiligte Schüler*innen, Berufseinsteiger*innen und Familien nicht noch weiter abgehängt werden. Eine zentrale Frage lautet: Wen erreicht unser Bildungssystem aus welchen Gründen nicht oder nicht ausreichend?  

Faktoren wie Armut, Krankheit oder familiäre Krisen führen dazu, dass Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene ihr Potenzial nicht entfalten können. Im Zuge der Digitalisierung von Bildung sind diese Faktoren mitzudenken. Digitalisierung ist nicht die Lösung, sie bietet jedoch die Chance, Kommunikation, Lernen und die Weitergabe von Wissen so zu gestalten, dass mehr Menschen erreicht werden.     

Die zum Teil völlig unterschiedlichen Lebenswelten der Schüler*innen verlangen unterschiedliche Kommunikations- und Beziehungsangebote. Wird der Unterricht ins Private verlegt, bestimmt das Private, ob und wie Lernen zustande kommen kann. Es gibt keine einfache Lösung für alle, doch es muss für alle eine Lösung geben! Das Konzept der Lebensweltorientierung ist eine Voraussetzung für eine gerechte Bildungsstrategie.  

Erfahrungen aus dem Homelearning 2020 in sozialpädagogischen Wohngemeinschaften 

Kinder und Jugendliche, die nicht in ihren Familien aufwachsen können, finden besondere Bedingungen vor, unter denen Lernen stattfindet. In sozialpädagogischen Wohngemeinschaften werden 8 bis 9 Kinder und Jugendliche betreut, sie können nicht von 8 bis 12 Uhr an einem Laptop sitzen. Selbst für unsere engagierten Sozialpädagog*innen ist das organisatorisch und technisch zurzeit nicht möglich.  

Die Schule als Ort der Normalität fehlt den allermeisten Kindern ganz besonders.  

Die „soziale Kontrolle“ der Gruppe fehlt beim Homelearning. Es kann aber auch zu positiven Effekten kommen, da in der telefonischen Einzelbetreuung durch Lehrer*innen die Fragen nicht vor der gesamten Gruppe gestellt werden müssen und die Fragenden sich nicht bloßgestellt fühlen.   

Das Partizipieren der Kinder und Jugendlichen gelingt umso besser, je individueller die Vorstellungen von Homelearning an die jeweiligen sozialen und technischen Gegebenheiten im Zuhause (Betreuungseinrichtung oder Familie) angepasst werden  

In Familien mit wenigen technischen Ressourcen kann es zu Konflikten um die Benützung von Smartphone, Laptop und Internet kommen, was die Kinder zusätzlich belastet.  

In Familien, wo die Vertrauensbasis zwischen Eltern und Kindern angeschlagen ist, müssen Eltern teilweise mitbetreut und gut informiert werden, damit die Kinder beispielsweise ins Internet einsteigen dürfen, um zu recherchieren.  

Wenn die Unterstützung beim Erklären der Aufgaben fehlt, kann die Erreichbarkeit der Lehrer*innen per Telefon oder Messenger das abfedern. Die meisten Jugendlichen telefonieren nicht gern. Der vermehrte schriftliche Austausch ist jedoch besonders für Jugendliche mit schlechten Deutschkenntnissen eine große Hürde beim Mithalten.  

Praktische Aufgaben sind schwer zu vermitteln. Das betrifft vor allem die Berufsschüler*innen.  

Apps können breiter eingesetzt werden, da viele Kinder und Jugendliche ein Smartphone besitzen. Das trifft aber nicht in allen Familien zu.  

Je beziehungsorientierter Lehrerinnen und Lehrer vorgehen, desto besser gelingt die Umstellung auf das Lernen unter schwierigen Bedingungen und in beengten Wohnverhältnissen. Das Interesse am einzelnen Schüler, an der einzelnen Schülerin, zeigt sich als besonders wichtig.   

Ein Teil der Jugendlichen, der in niederschwelligen Jobprogrammen den Einstieg ins Berufsleben versucht, verliert die Motivation, wenn ihre Trainer*innen sie nicht mehr persönlich, sondern nur mehr am Telefon oder über einen Messenger erreichen können. Sie werden es in den nächsten Monaten besonders schwer haben, eine geeignete Lehrstelle zu finden.  

Welche digitalen Kompetenzen sollen vermittelt werden?  

Um die Medienkompetenz für ein lebendiges Unterrichten und Lernen zu erlangen, benötigen Lehrkräfte wie Schüler*innen Rahmenbedingungen, Tools und Unterstützung.  

Die Erwachsenen müssen wissen, worauf es ankommt beim eLearning, was rechtlich möglich ist und welche Freiräume und Tools sie für einen zeitgemäßen Unterricht nützen können. Sie sollten vor Ort Ansprechpartner*innen für Digitales haben, die sie dabei unterstützen, beraten und schulen  

Kinder und Jugendliche brauchen klare Regeln, Informationen über Gefahren und die stetige Erweiterung ihrer schon bekannten digitalen Welt. Sie brauchen geschützte Räume, um ihre Erfahrungen zu teilen, zu experimentieren und als Wissensvermittler*innen anerkannt zu werden. Medienbeauftragte, eBuddies, Peer-Tandems und ähnliche Modelle sind denkbar.  

Mit dem Fokus auf benachteiligte Kinder und Jugendliche sind uns alle Kompetenzen wichtig, die auf eine umfassende Teilhabe am sozialen Leben ausgerichtet sind und eine sichere Anwendung unterstützen. Kinder und Jugendliche sollen digitale Medien in ihrer breiten Vielfalt kennenlernen und sich kritisch mit ihnen auseinandersetzen, ganz gleich ob in der Schule, in der Freizeit, beim Recherchieren oder Kontakthalten mit Freunden und Familie.  

In der Covid-19 Krise hat sich ganz deutlich gezeigt, dass diejenigen, die ein solides technisches Verständnis haben oder wissen, wer ein solches Wissen hat und helfen kann, ungeheuer im Vorteil sind. Die Haltung “Technik muss funktionieren, ansonsten lass ich es lieber bleiben!” ist in einer digitalen Welt nicht mehr möglich. Für digitale Bildungsschwerpunkte bedeutet das, Kindern und Jugendlichen systematisch und lebenspraktisch technisches Grundlagenwissen zu vermitteln. Kinder müssen schon Antworten auf die Fragen haben: Wie funktioniert ein Computer, ein Handy? Was ist LAN, WLAN, USB, etc.? Wie gehe ich bei Störungen und Fehlermeldungen vor? usw. Dazu benötigt es an Schulen Lehrkräfte/Digital Coaches, die ein solches technisches Wissen auch mit Begeisterung und Sachkompetenz vermitteln können.  

Susanne Haslinger, Qualitätssicherungsbeauftragte Kinder und Jugendliche 

Sandra Müllner, Fachliche Assistenz Soziale Arbeit 

Danijela Radisavljevic, Fachbereich Integration und Kulturarbeit 

Matthias Schüchner, Leiter Stabstelle Entwicklung 

Barbara Werteker, Stv. Projektleitung Jobfabrik 

Hinzugefügt von: Susanne Haslinger

08.05.2020
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011

Vorbemerkungen:

i) Das Essay entstand in der Reihenfolge der Nummerierung. Zum leichteren Einstieg wird hier Punkt 4 vorangestellt. Begriffsverständnisse werden in aller Kürze im Punkt 1 dargelegt.

ii) Zur besseren Lesbarkeit wird auf eine vollständige Zitation im Text verzichtet. Bei Bedarf kann gerne nachgereicht werden.

iii) Alle Vorschläge/Gedankengänge sind als Anreize zu Überlegungen zu verstehen und nicht als konkrete Rezepte.

iv) Alle Überlegungen entstehen aus einem aufklärerischen Gedankengut.

4 Fragenkatalog

  1. 1 Wie sieht der ideale Schulalltag im Jahr 2030 aus?

Eigentlich nicht viel anders, als er dies heute tut. Die Beschulten können sich frei von welt­lichen Zwängen der Entwicklung des Selbst widmen und sich die Welt verfügbar machen. Dies bedeutet – wie auch immer geartet – a) einen geschützten Raum, b) die zur Erschlie­ßung notwendigen Mittel (Zeit, Materialien) und c) Betreuungspersonen, die die Subjek­t-Welt-Beziehung in Gang bringen und halten.

Für eine Entwicklung zum mündigen, erwachsenen Menschen muss der Aufenthalt in die­sem Raum jedoch zeitlich begrenzt sein. Ausreichend Zeit für Berührung, Reibung und Ab­gleich des Subjekts mit der Welt außerhalb des Schutzraumes muss (!!!) gewährleistet sein. Ein ganztägiges 'Aufbewahren' unter (schein-)pädagogischer Betreuung ist somit ab­zulehnen. Im Jahr 2030 haben somit Ganztagsschulen zum Wohle aller die Berechtigung eingebüßt. Das bedeutet nicht, dass keine Beaufsichtigungs- oder Betreuungsmöglichkei­ten mehr zur Verfügung stehen. Sie sind nur nicht mehr vergesellschaftlicht, sondern (wie­der) in der (Organisations-)Verantwortung der Erziehungsberechtigten. Pluralität steht hier vor Konformität.

Da hier von Pflichtschulen die Rede ist, wird an einem idealen Schultag auch nur soweit an Kompetenzen gefeilt, wie ebendiese zur Bildung hilfreich oder notwendig sind. Ein Aus­bildungs- oder Verwertbarkeitsgedanke hat somit an einem idealen Schultag keinen Raum.

Exkurs: Ebenfalls überwunden wurde die Aussperrung der Gesellschaft von – von ihr fi­nanzierter – physischer Infrastruktur. Die Schulgebäude sind nach ihrem schulischen Zweck für alle offen. Wohlgemerkt ohne (!) die Schutzfunktion. Selbstverantwortlich kann die Infrastruktur (Turnsäle, Werk-, Musikräume, etc.) genutzt werden. So werden die Schulgebäude zu lebendigen Treffpunkten der Individuen mit der Gesellschaft.

  1. 2 Wie unterstützen digitale Mittel das Lernen und Unterrichten und die Kommuni­kation zwischen Erziehungsberechtigten/Lehrenden/Beschulten?

4.2.1 Das Lernen und Unterrichten

Das 'Wie' wird hier durch ein 'Wann' ersetzt. Erst dann kann die Frage ernsthaft angegan­gen werden, da das 'Wie' viele am Fall haftende Möglichkeiten erzeugt, ohne je ein Prinzip zu Tage zu fördern. Also: Wann unterstützen digitale Mittel Lernen und Unterrichten?: Im­mer dann und nur dann, wenn sie den Blick auf die Sache ermöglichen, ohne die Sache dabei zu verfälschen. So einfach und herausfordernd ist das. Zur Verfeinerung der Antwort sei der Takt Lernen-Durchdringung-Übung erwähnt. Durchdringen und Üben kann man nur bereits Gelerntes. Umgekehrt ist es nicht denkbar! Noch etwas ist anders: Beim Lernen wird das Subjekt verändert (vgl. Natalität bei K. Mayer-Drawe). Sowohl bei der Durchdrin­gung als auch der Übung agiert das Subjekt bereits mit seinem (bisherigen) Verstand der Sache.

  1. 2.2 Wie unterstützen digitale Mittel die Kommunikation zwischen Erzie­hungsberechtigten/Lehrenden/Beschulten?

Die Datenübertragung und der Informationsaustausch ist vereinfacht. Wo notwendig, ist dies sicher hilfreich. Gerade bei der Kommunikation unter den Beschulten. Plattformen bieten einen erleichterten, ständigen Zugang zu gemeinsamen Daten. Auch die Videotele­fonie hat Vorteile. So kann das Gesagte um die dazugehörige Mimik und Gestik ergänzt werden.

Skepsis macht sich allerdings dort breit, wo a) eine ständige persönliche Verfügbarkeit mit­schwingt und b) Verantwortung unreflektiert delegiert wird.

  1. 3 Welche Erfahrungen haben Sie im Bezug auf „Home Schooling“ mit digitaler Unterstützung gemacht? Was funktioniert gut? Wo gibt es Verbesserungspoten­tial?

In „face to face“-Situationen ist es ein brauchbarer (da besser als gar nicht) Weg um zu unterrichten. In Gruppenarrangements ist es schwierig von einer Lehrendenzentrierung abzukommen. Die Dynamik eines „geschützten Raumes“ stellt sich nicht wirklich ein. Fa­zit: Unterricht mit physischem Bezug kann dadurch nicht ersetzt werden bzw. wird wesent­lich aufwendiger. Zugegebener Maßen sind die Erfahrungen und damit die reflexiven Pro­zesse bei mir gering. Auch mein Wissen und Können als Nicht-per-se-Informatiker ist en­den wollend (Ausbildung!).

  1. 4 Was sind wichtige digitale Kompetenzen, die in der Schule vermittelt werden sollen?

Die wohl bisher schwierigste Frage, weil: Kompetenzen sind output- oder verwertungsori­entiert. Ohne Bildung als Basis oder Ziel haben sie daher in der Pflichtschule eigentlich nichts verloren. Anders: Kompetenzen müssen aus Bildung entstehen oder in Bildung münden.

Somit sind Text- und Datenverarbeitungskompetenzen, (einfache) Programmier- und Pro­grammanwendungs- sowie auf Programmen basierende Kommunikationskompetenzen zu nennen. Ergänzt durch eine „Sich- aus-dem-Digitalen-rausnehmen“-Kompetenz!

  1. 5 Welchen Vorteil erwarten Sie durch die Digitalisierung in der Schuladministrati­on und – verwaltung [sic!]? Welche Anforderungen hat Digitale Bildung an die Infrastruktur, die technische Ausrüstung?

Vorteile sind überall dort zu sehen, wo es erleichtert. Ohne Touchscreen ist etwa das „Digi­tale Klassenbuch“ etwas sperrig. Überall dort, wo Kontrollmechanismen (mit-)eingeführt werden, oder „Spielräume“ verengt werden, sind Maßnahmen jedoch kritisch zu betrachten.

Zu den Anforderungen bitte Punkt 3.3 aufgreifen.

  1. 6 Welche Bedenken haben Sie, wenn Sie im Zusammenhang mit Lernen, Lehren, Unterricht und Schulen an Digitalisierung denken?

4.6.1 Lernen, Lehren, Unterricht

Das größte Bedenken ist hier die (weitere, intensivierte) Bagetellisierung und Trivialisie­rung der Begriffe. Bitte richtig verstehen: Man muss kein Fan von der Lehre A. Gruschkas sein, W. Klafki nicht fehlerfrei zitieren können, L. Koch in seiner Logik nicht im Detail ver­standen oder ähnliche Kapazunder sinnerfassend gelesen haben, um die Begriffe zu ver­wenden! Nur: So zu tun als wäre jede x-beliebige Meinung egal – also gleichwertig – ge­genüber deren Erkenntnissen, kann nicht der Weisheit letzter Schluss sein.

Ein Hinweis sei gestattet: Wieviele Jahre brauchte es, Unterricht von der Abhängigkeit des reinen Lehrvortrags zu emanzipieren? Und was bitte ist ein Lehrvideo anderes als ein Lehrvortrag (also Frontalunterricht in seiner problematischsten, unsensibelsten Form)?

Noch ein Bedenken sei angebracht. Gerade in dieser Situation (geschlossene Schulen) sieht man, was technisch möglich ist. Was jedoch unter den derzeitigen Bedingungen aus­geblendet oder hingenommen wird, bleibt weitgehend unbemerkt. So ist zu befürchten, dass in Zukunft die Elemente, die die drei Begriffe Lernen, Lehren, Unterricht – jeden für sich – erst konstituieren, zugunsten ökonomischer Überlegungen, die aus eben jetzt (Covid-19 Maßnahmen) festgestellten (technischen) Machbarkeiten abgeleitet werden, weichen müssen/negiert werden. Anders: Aus ökonomischen Effizienzgründen wird beispielsweise ein effektiver Unterrichtsbegriff ausgehöhlt.

  1. 6.2 Schule

Schule kann sich mehr oder weniger überall konstituieren. Nur müssen auch hier die dafür notwendigen Elemente respektiert werden. Eine Interaktion im Beschulten-Lehrenden-Sach-Dreieck wird wohl auch in Zukunft nur mit physischer Ortsgleichheit sinnvoll (!) denk­bar sein. Und die Schutzfunktion muss auch vor digitalen Überwachungs- und Kontroll­möglichkeiten gelten! Anders: Bildung bleibt ein intra-individueller Vorgang intrinsischer Motivation, der sich einer Überwachung entzieht. In Pädagogik und Didaktik gut geschult­es Lehrpersonal ist und bleibt der einzig sinnvolle Kontrollmechanismus für und in Schu­len.

1 Begriffe

  1. 1 Bildung, Ausbildung und Digitale Bildungsstrategie

Bildung wird sowohl als Prozess als auch als Ergebnis verstanden. Beides bezieht sich dabei immer auf ein menschliches Subjekt. Es bildet sich, um danach gebildet zu sein. Da­nach ist es ein anderes als zuvor. Sowohl im Wissen/Können als auch in der Haltung! Aus­bildung erfolgt zu einem bestimmten Zweck, der zwar mit dem Subjekt verbunden ist, aber außerhalb des Subjekts liegt. Insofern muss festgehalten werden, dass Digitale Bildung immer (!) auch den Habitus des Subjekts verändert. Wo darauf nicht abgezielt wird, darf nicht von Bildung gesprochen werden.

  1. 2 Kompetenz (etwa nach F.E. Weinert, 2001)

Als Ergänzungsbegriff zu Bildung kann – so kritisch dieser auch betrachtet werden muss – der Begriff Kompetenz dienen. Soll ein Subjekt eine ebensolche erlangen, kann getrost auf den Blick der Haltungsveränderung verzichtet werden. Mit dem Kompetenzbegriff wird je­doch der Mündigkeitsgedanke aufgegeben. Jemand anderer als das Subjekt (die Gesell­schaft, Lehrkraft, Eltern etc.) will ein kompetentes Subjekt ungeachtet dessen, was diese Kompetenz bei dem Subjekt bewirkt. Insofern ist der Begriff mit erhöhter Vorsicht zu genie­ßen.

  1. 3 Lernen und Lehren

Lernen bedeutet eine Einsicht in bzw. Verständnis um eine Sache zu erlangen. Frei nach A. Petzelt: Etwas muss allemal gelernt werden.

Lehren beschäftigt sich also mit der Frage, wie ein Subjekt solch eine Einsicht/ein Ver­ständnis (welches selbverständlich in einer Kompetenz münden kann) einer Sache erlang­en kann.

  1. 4 Unterricht und pädagogischer Unterricht

Das Mittel zur Wahl heißt Unterricht. Er bezeichnet den Zeitraum der Auseinandersetzung des Subjekts mit der Sache in Verbindung mit der für das Subjekt notwendigen Aufschlüs­selung ebendieser.

Pädagogischer Unterricht hat dabei immer auch das Subjekt im Blick. Wie verhält es sich zu der Sache und was macht die Sache mit dem Subjekt. Diese Form kann selbstredend nur von Personen vollzogen werden, die auch Ahnung von theoretischer Pädagogik haben (wer Ideen von Quereinsteigenden als Lehrende hat, sollte dies bedenken).

  1. 5 Schule

Schule ist ein geschützter Raum, indem sich das Subjekt der Entwicklung des Selbst und der Selbstverwirklichung widmen kann. Dieser Schutz ist notwendig, damit das Subjekt frei von weltlichen Zwängen den Blick auf die Welt und auf sich selbst (beides ergibt ein „Denkvermögen“) entwickeln kann. Dieser Schutz muss bei allen (berechtigten) Verwert­barkeitsgedanken aufrecht erhalten werden!

  1. 6 Strategie

Zu einer Strategie (= genauer Plan) gehört auch die Kenntnis der und ein bewusster, kriti­scher Umgang mit ihren Parametern. Dabei ist darauf zu achten, ob Ziele miteinander ver­einbar sind oder sich teilweise oder sogar absolut widersprechen. Hier im Speziellen, ob sich das Ziel der Digitalisierungshauptstadt mit dem Ziel der Digitalen Bildung vereinbaren lässt.

2 Ziele

Zu klären ist vor einer Strategieentwicklung zur Zielerreichung natürlich zuerst das Ziel selbst.

  1. 1 Digitalisierungshauptstadt Europas

Eine (unsittliche?) Tendenz der Politik schlägt hier zu: Mit einem übermächtigen Wort ei­nerseits alles erklären und als wünschenswert darstellen zu wollen und andererseits Kritik zu vermeiden (vgl. U. Pörksen: Plastikwörter). Zumindest zwei große Themenfelder erge­ben sich: a) Digitalisierung und b) Hauptstadt.

a) Digitalisierung

Was ist eigentlich alles mit Digitalisierung gemeint? Sind auch die Abhängigkeiten, in die wir uns begeben als wünschenswert gemeint? Ist Digitalisierung tatsächlich eine comple­xio bonorum? Wird Digitalisierung (bewusst) vom Faktum zum Fatum gemacht? Gibt es Grenzen und wenn ja, wo? Wird ausreichend auf nicht durch Digitalisierung lösbare Her­ausforderungen und Bedürfnisse geachtet? Diese Frageliste ließe sich beliebig fortsetzen.

b) Hauptstadt

Der Begriff macht nur Sinn im Vergleich mit Nicht-Hauptstädten. Macht es Sinn sich die­sem Vergleich auszusetzen? Was macht eine Hauptstadt zu ebendieser? Will man sich wirklich über – und das täte man – andere Städte setzen? Will man den Wettbewerb? Geht es wirklich um den Wettbewerb? Warum will man Hauptstadt sein? Welche Auswir­kungen etwa auf die Stadtplanung hat so ein Spezialisierungsziel? Auch diese Liste ließe sich fortsetzen.

Daraus und darüber hinaus ergaben sich allgemeinere Fragen, die bestenfalls vor dem Aufwand einer Strategieentwicklung beantwortet sein sollten: Inwiefern wird das Gemein­wohl als Digitalisierungshauptstadt gestärkt? Macht es Sinn, sich so ein Ziel zu setzen? Wie oder woran wird der Erfolg gemessen? Was für Folgen hat ein Misserfolg?

  1. 2 Digitale Bildung

Mehrere Verständnisarten sind bei dem Begriff möglich. Zwei werden aufgegriffen: a) Bil­dung über das Digitale, b) Bildung mit (Hilfe von) Digitalem.

a) Hier wird das Digitale zur Sache. In dieser Lesart kann von Bildung im eigentli­chen Sinn gesprochen werden. Dies hat jedoch curriculare Struktur in technischen und medialen Aspekten. Damit entzieht sie sich der Kernaufgabe der Stadt. Erwähnt sei etwa der Grundsatzerlass Medienerziehung.

b) Bildung mit (Hilfe von) Digitalem hat den medialen Charakter inhärent. Das Me­thodenspektrum wird um digitale Möglichkeiten erweitert.

Dies bedeutet einerseits Lehrende, die mit den Medien soweit vertraut sind, dass die Handhabung problemlos funktioniert. Wenn die Stadt hier Aus- und Weiterbildung organi­sieren kann, so wäre das ein wichtiger Teil der Strategie.

Andererseits – und hier wird der Kernbereich der Stadt vermutet – benötigt es Infrastruk­tur, Hard- und Software. Zur Infrastruktur zählen vor allem die technische Gebäudeaus­stattung als auch Ansprechpersonen für „technischen Support“ (ist eine Kooperation mit der TU-Wien zu beiderseitigem Nutzen hier denkbar?). Hardware (digitale Endgeräte) ist wie Software (Anwendungsprogramme) ebenfalls Thema für die Stadt. Hier entstehen jedoch enorme Herausforderungen:

  • Versorgung

Stringent gedacht müsste gewährleistet werden, dass alle (!) Lehrenden und Beschulten zumindest ein eigenes Endgerät (MobEG) zur Verfügung haben. Dieses muss a) gewissen Standards, die zu definieren und laufend zu adaptieren sind, entsprechen, b) mit akkredi­tierter, kompatibler Software ausgestattet sein und c) eventuell Schutzmechanismen (je nach Schulstufe) gewährleisten. Da, ebenfalls stringent, diese Endgeräte den Beschulten auch außerhalb der Schule in Eigenverantwortung zur Verfügung stehen sollen, müssen Haftungsfragen für außerplanmäßigen Support, Beschädigung und Verlust vorab geklärt und organisiert werden. Naivität wäre hier gefährlich.

Weiters müssen auch Klassen- sowie sonstige Schulräume mit Endgeräten (StatEG; etwa Smartboards, Aufnahmegeräte, etc.) ausgestattet werden. Da etwa die herkömmlichen Ta­feln ein sehr vielseitiges, einfaches und niederschwelliges Medium darstellen – von ästhe­tischen, haptischen und raumklimatischen Aspekten abgesehen – , sollten sie eigentlich erhalten bleiben.

  • Aktualität und Nachhaltigkeit

Eine weitere Herausforderung ist die Aktualität der Geräte. Hier ist die Frage zu beantwor­ten, wie lange so ein Endgerät sinnvoll genutzt werden kann. Dies steht in enger Verbin­dung mit der Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt. In diesem Sinne sollte bereits bei der Be­schaffung auf Langlebigkeit in Verbindung mit hoher Adaptierungs- und Reparaturfähig­keit geachtet werden.

  • Ethische Herausforderungen

Mit der Implementierung von MobEG's ergeben sich Auswirkungen auf die betroffenen Personen, denen sie sich nicht oder kaum entziehen können. Die Schutzmechanismen an den MobEG's wurden bereits erwähnt. Andere sind etwa a) der soziale Druck für das Sub­jekt online zu sein und b) im Sinne anderer kompetent im Umgang zu sein, c) der Druck auf Erziehungsverantwortliche die sonstige notwendige Infrastruktur zur Verfügung zu stel­len, d) die verschwimmende Grenze zwischen Schule und Privat und damit steigender persönlicher Öffentlichkeit bei schwindender Privatheit (vgl. H. Arendt 1958: Die Krise der Erziehung), e) die bleibende Thematik des kritischen Blicks auf Digitalisierung bzw. der Abhängigkeiten von ebendieser, f) die Wahrung der Methodenfreiheit im Unterricht.

Exkurs: Die Methodenfreiheit muss gewahrt bleiben, da die Möglichkeit eines digitalen Mediums den Zweck eines Mediums eben noch nicht erfüllt! Anders: Lehrende, die nicht (ständig) digitale Medien nutzen sind nicht per se „ewiggestrig“, „konservativ“ o.ä., sondern gewährleisten unter Umständen in ihrem Unterricht den Blick auf die Sache, den ein digita­les Medium eben nicht gewährleisten kann, eventuell sogar verstellt. Digitalität darf nie zum Qualitätskriterium eines Mediums geschweige denn von Unterricht werden!

3 Gedanken zur Strategie

Mit den bisherigen Überlegungen kann nun an eine Strategie herangetreten werden. Zu­sammenfassend wird festgehalten: Bei der derzeitigen föderalen Struktur und Gesetzge­bung in Österreich liegt die Aufgabe der Stadt im digitalen Bildungsbereich im Ausgestal­ten der Rahmenbedingungen, die der Bevölkerung zur Verfügung stehen. Bildungsverant­wortung hat die Stadt dabei nicht. Diese bleibt beim Bund bzw. beim erwachsenen Indivi­duum! Daraus ergibt sich vordergründig eine Vierteilung der Aufgaben, so diese in städti­scher Verantwortung gesehen werden: öffentliche technische Infrastruktur, öffentliche In­frastruktur zur individuellen Bildung, der Schulbereich und sonstige Aufgaben.

  1. 1 Öffentliche technische Infrastruktur

Soll das Ziel der Digitalisierungshauptstadt aufrecht erhalten werden, wird man um die flä­chendeckende Gewährleistung von Digitalität nicht herum kommen. Primär ist an Internet­zugang, Lade- und Anschlussmöglichkeiten für MobEG's im öffentlichen Raum und Digi­tools der Stadt bzw. der stadtnahen Betriebe zu denken.Gerade bei den Digitools sind der Kreativität kaum Grenzen gesetzt. Bei allen Punkten gelten jedoch folgende Prämissen: „Wohlstand heißt nicht Bequemlichkeit.“ und „ Individuelle Nutzung heißt individuelle Kos­tenbeteiligung/übernahme.“. Soll heißen: Nur weil die Stadt (also die Allgemeinheit) die In­frastruktur verwirklicht und betreut, muss die individuelle Nutzung nicht gratis sein.

Ebenfalls könnte es Sinn ergeben, eine Art Qualitätsmaßstab oder einen Kriterienkatalog für nicht in einem ersten Schritt angedachte Maßnahmen zu entwickeln. Somit kann zügig auf neue Herausforderungen, Entwicklungen und Möglichkeiten reagiert werden.

  1. 2 Öffentliche Infrastruktur zur individuellen Bildung

Dabei wird vorrangig an bildungsaffine Institutionen gedacht, die (auch) dem Einfluss der Stadt unterliegen (etwa VHS, FH-Wien, Büchereien, etc.). Diese bereits existente Infra­struktur kann und soll mit gezielten, vielleicht „zielgruppenorientierten“ (zB könnten ältere Personen verstärkt angesprochen werden) Programmen und Mitteln ausgestattet werden. Dabei sollen mögliche digitale Berührungspunkte aufgezeigt, -ängste abgebaut und -fall­kompetenzen (der Bildungsanspruch liegt beim Individuum) aufgebaut werden.

  1. 3 Schulen

Als große Schulerhalterin wird hier der Stadt (als Gemeinde) besondere Verantwortung zu­teil. Darum – und aus der angestrebten Profession des Autors – wird diesem Aspekt auch mehr Raum gegeben.

  1. 3.1 Infrastruktur

In einem ersten Schritt muss überlegt/festgestellt werden, was an Infrastruktur an jeder (!) Schule (also der kleinste gemeinsame Nenner) umsetzbar ist, oder die zu definierenden Minimumvoraussetzungen für geplante Maßnahmen an jedem Schulstandort geschaffen werden. Verheerend wäre es nach mehr als einem Maß zu messen! Anders: Was nicht überall umsetzbar ist, kommt erst, wenn es überall umsetzbar ist. Selbst bei Neubauten dürfen nur bauliche Vormaßnahmen getroffen werden. „Leuchtturmschulen“ werden nur benötigt, wo um sie herum viel düstere Finsternis existiert.

Im zweiten Schritt werden die Infrastrukturmaßnahmen umgesetzt. Das heißt a) die Ge­bäude ausgestattet, b) das Schulpersonal darauf eingeschult und c) der Support imple­mentiert.

  1. 3.2 Endgeräte

Parallel zur Infrastruktur muss überlegt/festgestellt werden, was an Endgeräten (StatEG, MobEG) ebenfalls an allen Standorten umgesetzt werden soll. Diese Beschaffungen ha­ben Vorrang gegenüber standortspezifischen (zB Musikraum). Weiters kann ein Stufen­plan zur Implementierung sinnvoll sein. Denkbar wäre ein „High In – Low Out“-System (HILO). Bedeutet, dass die 8. (9.) Schulstufen als erste neue Geräte zur Verfügung haben. Ein paar Vorteile des HILO seien erwähnt: a) Bei der Implementierung müssen nicht gleich alle versorgt werden, was die Finanzierung erleichtert; b) (Anfängliche) Probleme treffen nicht sofort das gesamte System; c) Die letzten Pflichtschulstufen haben die modernsten Geräte, sind also „am Puls der Zeit“; d) Ein periodischer Rücklauf zur Wartung, Adaptie­rung ermöglicht sowohl eine Kontrolle/Evaluation der Nutzung als auch des Bestands; e) Sind alle gewünschten Schulstufen versorgt, kann über ein Aussetzen der Beschaffung nachgedacht werden bzw. aus dem Verkauf der Altgeräte (geringe) finanzielle Mittel gene­riert werden.

  1. 3.3 Software

Bei der Software ist auf eine allfällige (längst überfällige) Akkreditierung des BM f. Bildung Rücksicht zu nehmen. Wenn keine vorhanden, sollte eine eigene erstellt werden. Weitere Kriterien sind jedenfalls die Beschaffungsnähe (Seattle ist weit weg) und wo notwendig die stufenweise Freischaltungsmöglichkeit für Schutzfunktionen, sowie die Erweiterbarkeit.

„Open-Source“-Software ist jedenfalls Konzernsoftware (Abhängigk., Datenschutz, etc.) vorzuziehen.

  1. 4 Sonstige Maßnahmen

Natürlich muss die Stadt auch andere Maßnahmen in den Blick nehmen. Unternehmens­förderung, Digi-Cluster, Open Space o.ä. haben dabei jedoch nur Ergänzungscharakter. Wichtig wird sein, sich nicht von Projektitis, die Maßnahmen nur vereinzelt zur Verfügung stellt, infizieren zu lassen, sondern jede Maßnahme auf die Stärkung des Gemeinwohls zu prüfen.

5 Fazit

Wenn sich die Stadt Wien Gedanken über eine „Digitale Bildungsstrategie“ macht, sollte sie sorgsam mit Begriffen umgehen. Es gilt zu gewährleisten, dass der Begriff „Digitale Bil­dung“ nicht zum Euphemismus für „Substantielle Nicht-Bildung“ wird.

Die Kernaufgabe der Stadt ist die materielle Ausstattung, quasi den Berührungspunkt zur Auseinandersetzung und Nutzung von Digitalem zu ermöglichen. Nicht jedoch der Vollzug oder die Gewährleistung von Bildung selbst. Die städtische Bildungsdirektion hat ihre Steuerungsmöglichkeit nur in der Auswahl und Ausstattung des Lehrpersonals, nicht je­doch im unterrichtlichen Geschehen.

Jede Maßnahme ist auf flächendeckende Umsetzung und die Stärkung des Gemeinwohls zu prüfen. Technische Machbarkeiten müssen auf den Einschlag auf Privatsphäre und individuelle Bevormundung, Freiheit, Machbarkeit. überprüft werden. Gegebenenfalls müssen sie auch aus Gründen eines zu hohen Einschlags verworfen werden.

Unter Beachtung dieser (und sicher anderer, von mir nicht erwähnten) Prämissen wird es dieser wunderbaren Stadt sicher gelingen eine Strategie zu entwickeln, die Wien noch le­benswerter macht. In der alle, auch die, die sich dem Digitalen (weitestgehend) entsagen wollen oder müssen, wertgeschätzt werden und ein gutes Leben führen können.

Hinzugefügt von: echogramm

29.04.2020
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010

Mit der Digital Kompetenten Klasse haben wir ein großartiges Konzept im Bereich der Wiener Volksschulen.

Mir erscheint es wichtig, dass wir ein Konzept für alle Altersstufen entwickeln, bei dem die Digitale Kompetenz aufbauend gefördert wird. Für unsere 18Jährigen sollte dann die Beschäftigung mit Artificial Intelligence in all seinen Ausprägungsformen selbstverständlich sein.

Hinzugefügt von: _md@vie_

17.04.2020
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009

Es ist einfach nur verantwortungslos die Schulpflicht mit der Nutzung kommerzieller Angebote von Konzernen zu verknüpfen. Der einzig sinnvolle Weg hier kann die ausschließliche Verwendung UND Entwickling von Open Source Software sein. Ich liste einmal die naheliegendsten Projekte auf die ohne großen Aufwand sofort einsatzbereit wären.
- Nextcloud
- Collabora Office
- OnlyOffice
- BigBlueButton
- Jitsi Meet
- MailServer (hier gibt es eine grössere Auswahl)
- Moodle

Wenn die Stadt Wien die Kompetenz zum Betreiben und Entwickeln dieser Software nicht selbst aufbringen kann, so gibt es zahlreiche lokale Dienstleister die man konsultieren und zu Rate ziehen kann. Und NEIN. Die MS Niederlassung in Wien ist KEIN lokaler Dienstleister.


 

Hinzugefügt von: Stefan Hageneder

16.04.2020
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008

Die derzeitige Pandemie bringt Verunsicherung, zeigt Bildungsungerechtigkeit auf, aber birgt auch Chancen für die kommenden Jahre. Ich habe mich in meiner Zeit als Lehrkraft an einer Fachmittelschule schon lange gefragt, wieso die Digitalisierung an Schulen so lange auf sich warten lässt. Es gibt weder eine einheitliche Strategie für Bundes- und Landesschulen, noch einen Fahrplan für die nächsten 2-5 Jahre. Technologische Entwicklungen überholen den Schulbereich bereits die letzten 10 Jahre, aber gegengesteuert wird höchsten mit kleinen Maßnahmen, die den Lehrplan betreffen. Allerdings stellt sich mir die Frage, wenn ich einen Lehrplan mit einem Fach "Digitale Grundkompetenzen" ausstatte, muss ich das auch vorleben. 

Genau jetzt wäre der richtige Zeitpunkt Ausschreibungen zu machen und den Schulen im Sinne der Schulautonomie Möglichkeiten zu geben, was für ihren Schultyp und für ihre Schülerinnen und Schüller passend ist. Der "Fleckerteppich" wie wir ihn jetzt auffinden ist zugleich Chance auszuprobieren, aber sollte keinesfalls ein Dauerzustand sein. Ich habe mit Eltern geredet, die überfordert sind, weil ein Kind jene Plattform verwendet und das andere Kind innerhalb von 4 Wochen bereits die dritte Plattform nutzt. 

Mein Appell: Nutzen wir die Krise und führen digitalen Unterricht dauerhaft ein. Schulautonomie ist gut, aber Schulen sollten verpflichtet werden zumindest in einem Fach ein Online Tool zu nutzen, damit die Schüler auch mit Distance Learning in Berührung kommen. Des weiteren muss erhoben werden, welche Schülerinnen und Schüler einen Ausstattung dafür brauchen. Ja, das kostet Geld und Investition, aber die Digitalisierung wartet auf niemanden und die, die es am Dringendsten benötigen, sollten hier priorisiert werden. Weiters ist es notwendig eine verpflichtende Evaluierung durchzuführen. Die Existenz eines Tools, setzt nicht automatisch dessen Nutzung voraus. Daher wäre auch eine Evaluierung im Semester unter den Schülerinnen und Schülern zielführend. 

Aus eigener Erfahrung in den letzten Wochen kann ich sagen, dass es in meiner Klasse sehr gut ankommt und die Schülerinnen und Schüler gern online arbeiten und sich schnell mit neuen Tools zurecht finden. Sie würden in der zukünftigen Arbeitswelt enorm profitieren, wenn Lehrkräfte verstärkt mit solchen Tools arbeiten. 

Hinzugefügt von: verena.weixlbraun

16.04.2020
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007

Jetzt wurde klar, was lange Zeit schon viele ahnten - Digitale Bildung muss auch in der Schule gut geplant und umgesetzt werden. Neben finanziellen Mitteln und Experten müssen motivierte, authentische Personen zur Verfügung stehen. In der Schule braucht es mehr als nur Geräte oder Infrastruktur - es braucht KollegInnen, die umsetzungsbereit sind. Das ist man nur dann, wenn klar ist, welche Vorteile Digitalität bringt und wo die Grenzen gezogen werden müssen. 

Aus der IT-Arbeit in der Pflichtschule heraus muss es meiner Meinung nach an jedem Standort Profis geben, die Ressourcen haben um als Buddy zu fungieren. Als Buddy ist man da, bereit und motiviert zu helfen. Man muss zur Verfügung gestellte Technologie beherrschen und weitergeben können.

» share your knowledge to improve collaboration « 

Der Onboardingprozess muss klar, digital begleitet sein um an Schulen auch nach dem Lehramtsstudium Lehrende einzugliedern. Organigramme, Rollenverteilungen und der eBuddy helfen dabei. Mit dem eBuddy geht man vom ersten Tag an analog Hand in Hand hinein ins digitale Schulleben. Dabei müssen Tools, Tipps, Fortbildungen, IT-Infrastruktur, und weitere Angebote, aufeinander abgestimmt sein. In regelmäßigen Vernetzungstreffen können eBuddys neue Möglichkeiten erörtern und diskutieren. Sie sollten nicht für die reine Systemwartung und die Update-Installationen zuständig sein. Als treuer Wegbegleiter, der jederzeit zur Hilfe steht, muss Kapazität geschaffen werden um sowohl am Unterricht, an Fortbildungen und Coaching teilzunehmen - wobei letzteres vor allem im Kollegium gebraucht wird. Think, pair, share, repeat- in real life!

Just thinking

Nach der positv befundenen Bewerbung kann bereits vor Schulbegin ein angelegter online-Zugang zu Informationen und Abläufen führen, die gerade in den ersten Tagen als LehrerIn helfen. Wo ist was? Wer macht was? Wen frag ich wann was? Dabei denke ich an Microlearning, Kurssysteme und Gamification in Kombination. In der ersten Woche, die heiße Phase des Onboardings, steht der eBuddy zur Seite, berät und zeigt, was wie funktioniert oder funktionieren kann. Eine Art Mini-Mentoringsystem, dass von Zeit zu Zeit abnimmt, jedoch niemals endet. Fragen, die sich immer wieder stellen müssen im stetigen Verbesserungsprozess Anklang finden - es muss nicht direkt Change-Management sein. Natürlich müssen die grundsätzlichen (digitalen) Spielregeln, Rechte, Pflichten und spezifische Hinweise bereits in den Köpfen verankert sein. Und wenn nicht? Dann Hilft der eBuddy.

Who?

Ein horizontaler Karriereplan könnte eben Anreize schaffen um aus stetig gleich oder ähnlich bleibendem neues zu schaffen. Wertschätzung und Feedback sind weitere, aufgestellte Grundpfeiler.

 

Hinzugefügt von: smartraven

15.04.2020
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006

Viele Pädagog*innen, sicherlich aber auch die zentrale Bildungsdirektion, dürften von der Corona-Krise ziemlich überrollt worden sein. Es ist ja auch nicht so einfach zu sagen: "Ab morgen machen wir alles digital." Ja, es braucht Hardware, Software und Datenverbindungen. Vor allem aber braucht es Know-How.

Dazu mein Vorschlag: "E-Coaches" für die Schulen. Die Unis nutzen dies bereits. Diese Coaches bieten First-Level Support für die Pädagog*innen, auch für den administrativen Bereich - UND die Coaches können auch in Klassen oder für Teilgruppen direkt die Kinder und Jugendlichen unterstützen.

PS: Es ist mir aber ein wichtiges Anliegen anzumerken: Die Digitalisierung darf nicht als "Wunderlösung" mißverstanden werden. Denn die Corona-Krise hat auch gezeigt, dass manche Lehrer*innen zum Teil entweder nicht in der Lage oder nicht bereit waren, in den ersten 3 Wochen direkt Kontakt per Telefon zu den Schüler*innen aufzunehmen und einfach mal eine Viertelstunde ein Gespräch zu führen. Es wird wichtig sein, dass Sozialkontakte nicht zu kurz kommen. Und als konkretes Beispiel seien hier auch Schüler*innen mit einer Behinderung genannt. Diese müssen viel stärker als bisher inkludiert werden. Die Coronakrise hat gezeigt, dass neben alten Menschen vor allem auch Menschen mit Behinderung urplötzlich dem Virus besonders schutzlos ausgeliefert waren. Es muss ein Ende haben, dass die Menschen in Sonderbereiche ausgegrenzt werden. Das endet bei den Heimen - und das beginnt bei Sonderschulen. Schluss damit. Und so wie E-Coaches braucht es auch dafür Fachkräfte, die gezielt unterstützen.

 

 

 

Hinzugefügt von: rauchpost

15.04.2020
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005

Die Basis für funktionierende Digitale Bildung sind sowohl die technische Ausstattung an der Schule als auch die Weiterbildung der LehrerInnen in dem Bereich und die laufende Unterstützung der LehrerInnen sowie die laufende Wartung der technischen Ausstattung!

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(Anregung stammt aus einem der Workshops im Rahmen des Strategieprozesses)

Hinzugefügt von: BGinz

09.04.2020
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Digitale Mittel müssen so verwendet werden dass alle die gleichen Chancen haben und deshalb niemand ausgeschlossen wird -> Beispiele für Themenbereiche dazu: IT-Ausstattung zu Hause, Elternbeiträge für Laptops etc.

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(Anregung stammt aus einem der Workshops im Rahmen des Strategieprozesses)

Hinzugefügt von: BGinz

09.04.2020
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Für Kinder mit besonderen Bedürfnissen: bieten digitale Tools oft besondere Chancen und Möglichkeiten, hier ist der Nutzen enorm und man kann hier nicht früh genug beginnen

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(Anregung stammt aus einem der Workshops im Rahmen des Strategieprozesses)

Hinzugefügt von: BGinz

09.04.2020
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Entwicklungspsychologie – wann kommt was = sind 10jährige Kinder noch zu jung für digitale Mittel an der Schule? Welche Tools und Devices sind wann sinnvoll?

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(Anregung stammt aus einem der Workshops im Rahmen des Strategieprozesses)

Hinzugefügt von: BGinz

09.04.2020
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Digitale Mittel sollen - wenn sie gut um- und eingesetzt werden - vor allem Zeitersparnis und einfachere Prozesse für die LehrerInnen bringen!

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(Anregung stammt aus einem der Workshops im Rahmen des Strategieprozesses)

Hinzugefügt von: BGinz

09.04.2020
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